Ostern bei den Royals: König Charles III. in Geberlaune - doch ein Wermutstropfen trübt Osterfreude

Am Gründonnerstag zelebrierte König Charles III. mit Königin Camilla den Auftakt der royalen Osterfeierlichkeiten. In der Kathedrale von St. Asaph in Wales zeigte sich der Briten-Monarch volksnah und spendabel - doch Proteste waren nicht weit.

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König Charles III. hat das royale Osterfest mit einem Gottesdienst am Gründonnerstag - dem "Maundy Thursday" - in der Kathedrale von St. Asaph in Wales eingeläutet und sich dabei volksnah präsentiert. (Foto) Suche
König Charles III. hat das royale Osterfest mit einem Gottesdienst am Gründonnerstag - dem "Maundy Thursday" - in der Kathedrale von St. Asaph in Wales eingeläutet und sich dabei volksnah präsentiert. Bild: picture alliance/dpa/PA Pool Photo | Aaron Chown
  • König Charles III. feiert Auftakt des Osterfestes in Wales
  • Briten-Monarch verteilt Münzgeschenke beim Gründonnerstags-Gottesdienst in St. Asaph
  • Anti-Monarchie-Proteste stören Osterfeierlichkeiten von König Charles und Königin Camilla

Bei den britischen Royals werden Traditionen seit Jahrhunderten gepflegt - auch und gerade zu wichtigen Feiertagen wie Ostern. Zum Auftakt des diesjährigen Osterfestes reiste König Charles III. mit Königin Camilla am 2. April in den Norden von Wales, um in der Kathedrale von St. Asaph einen historischen Gründonnerstags-Gottesdienst zu feiern, bei dem sich der Monarch nicht nur volksnah, sondern auch überraschend spendabel zeigte.

Britische Königsfamilie feiert Auftakt von Oster-Festlichkeiten am "Maundy Thursday"

In diesem Jahr haben König Charles III. und Königin Camilla den traditionellen Royal-Maundy-Gottesdienst in der Kathedrale von St. Asaph in Nordwales gefeiert. Zum ersten Mal seit 1982 fand der Gottesdienst wieder auf walisischem Boden statt. Damals war St. David's in Pembrokeshire Gastgeber der Feierlichkeiten. Für Nordwales war es sogar eine absolute Premiere in der rund 800-jährigen Geschichte dieser Tradition. Der Dekan von St. Asaph, Nigel Williams, bezeichnete es als "tiefe Ehre", die Zeremonie ausrichten zu dürfen.

König Charles III. hat die Spendierhosen an: Monarch beschenkt 154 Menschen mit Geld

Bei den Feierlichkeiten zeigte sich König Charles III. ungewöhnlich spendabel und überreichte der 77-jährige Monarch insgesamt 154 Personen – je 77 Männer und 77 Frauen – königliche Münzgeschenke. Die Anzahl der Empfänger entspricht dabei stets dem Alter des Königs. Dass das Königspaar zu Ostern so spendabel ist, hat einen historischen Grund: Die jahrhundertealte Zeremonie würdigt Menschen, die sich besonders für ihre Gemeinden eingesetzt haben.

Königin Camilla verteilt diese roten Geldbörsen mit einer 5-Pfund-Münze, auf der ein Tudor-Drache und König Charles III. abgebildet sind, und einer 50-Pence-Münze bei einer Zeremonie während des königlichen Maundy-Gottesdienstes an Gründonnerstag. (Foto) Suche
Königin Camilla verteilt diese roten Geldbörsen mit einer 5-Pfund-Münze, auf der ein Tudor-Drache und König Charles III. abgebildet sind, und einer 50-Pence-Münze bei einer Zeremonie während des königlichen Maundy-Gottesdienstes an Gründonnerstag. Bild: picture alliance/dpa/PA Wire | Justin Tallis

Die ausgewählten Empfänger der königlichen Münzgeschenke erhielten vom König jeweils einen weißen und einen roten Lederbeutel. Im weißen Beutel befanden sich eigens geprägte Silbermünzen mit einem Gesamtwert von 77 Pence – entsprechend dem Alter des Monarchen. Der rote Beutel enthielt zwei besondere Gedenkmünzen: Eine 5-Pfund-Münze anlässlich des bevorstehenden 100. Geburtstags der verstorbenen Queen Elizabeth II. sowie eine 50-Pence-Münze zum 50-jährigen Bestehen des "King's Trust".

Anti-Monarchie-Proteste überschatten Ostergottesdienst mit König Charles III. und Königin Camilla

Die festliche Stimmung wurde jedoch von einem Zwischenfall getrübt. Bereits Stunden vor Beginn der Zeremonie entdeckten Mitarbeiter auf einer Mauer des Kathedralengeländes ein Graffiti mit der Aufschrift "Not Our King" – zu Deutsch: "Nicht unser König". Der in roter Farbe aufgesprühte Schriftzug wurde noch rechtzeitig vor dem Eintreffen von Charles und Camilla überdeckt.

Arbeiter in Warnwesten waren kurz vor der Ankunft des Königspaares damit beschäftigt, die Spuren des Protests zu beseitigen. Neben der Schmiererei versammelten sich auch einige Gegner der Monarchie zu einer kleineren Demonstration in der Nähe der Kathedrale. Trotz dieser Vorkommnisse ließen sich die zahlreichen Schaulustigen die Freude über den königlichen Besuch nicht nehmen.

Diese Tradition steckt hinter dem "Royal Maundy"-Gottesdienst am Gründonnerstag

Der Royal-Maundy-Gottesdienst geht auf einen uralten christlichen Brauch zurück. Die Zeremonie findet stets am Donnerstag vor Ostersonntag statt und erinnert an die Fußwaschung, die Jesus beim letzten Abendmahl an seinen Aposteln vollzog. Werte wie Demut und Nächstenliebe stehen dabei im Mittelpunkt.

Bei ihrer Ankunft an der Kathedrale wurden Charles und Camilla von einer begeisterten Menschenmenge empfangen. Kinder überreichten dem strahlenden Königspaar weiße Blumensträuße. Die 78-jährige Königin zeigte sich in einem eleganten marineblauen Mantelkleid mit passender Kopfbedeckung und Spitzendetails. Der einstündige Gottesdienst wurde von eigens für diesen Anlass komponierter Musik walisischer Künstler begleitet. Auch das Prozessionskreuz von Wales kam zum Einsatz – ein Geschenk des Königs an die Christen des Landes, das bereits bei seiner Krönung in der Westminster Abbey 2023 vorangetragen wurde. Am Ostersonntag setzen die Royals ihre Feierlichkeiten mit einem Gottesdienst in der St. George's Chapel in Windsor fort. Der Prinz und die Prinzessin von Wales, William und Catherine, werden dort erwartet.

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