Wladimir Putin gegen den Westen: So ebnet Donald Trump dem Kreml-Chef den Weg für neue Europa-Angriffe

Die Warnung des einst reichsten Mannes Russlands hat es in sich: Wladimir Putin könnte das von Donald Trump geschaffene Zeitfenster ausnutzen, um Europa anzugreifen – ein Land steht als "auserwählter Feind" ganz oben auf der Liste.

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Der Einschätzung eines im Exil lebenden russischen Milliardärs zufolge lacht sich Wladimir Putin bereits ins Fäustchen: Donald Trump ebnet dem Kreml-Chef den Weg für neue Gift-Anschläge, so die eindringliche Warnung. (Foto) Suche
Der Einschätzung eines im Exil lebenden russischen Milliardärs zufolge lacht sich Wladimir Putin bereits ins Fäustchen: Donald Trump ebnet dem Kreml-Chef den Weg für neue Gift-Anschläge, so die eindringliche Warnung. Bild: picture alliance/dpa/Pool via AP | Pavel Bednyakov/AP
  • Donald Trump spielt Wladimir Putin in die Karten laut eindringlicher Warnung aus Russland
  • Exil-Milliardär Chodorkowski alarmiert: Russische Giftanschläge in Europa immer wahrscheinlicher
  • So schätzt der Ex-Oligarch die Chancen eines Russland-Krieges gegen die Nato ein

Der im Exil lebende russische Milliardär Michail Chodorkowski hat mit eindringlichen Worten vor einem möglichen neuen Giftanschlag in Europa nach dem Vorbild des Salisbury-Attentats von 2018 gewarnt. Der prominente Kreml-Kritiker mit engen Verbindungen zur russischen Elite erklärte gegenüber dem "Guardian", dass Donald Trump dem russischen Präsidenten ein "Zeitfenster" eröffnet habe, um Europa zu bedrohen.

Kreml-Kritiker sicher: Donald Trump ebnet Wladimir Putin den Weg für neue Angriffe in Europa

Großbritannien sei dabei Russlands "auserwählter Feind" und stehe ganz oben auf der Feindesliste, so Chodorkowski. "Die Leute im Kreml sind nicht dumm, sie sind ziemlich kreativ. Sie werden sich neue Wege ausdenken, etwas zu tun", warnte er. Es werde mit Sicherheit Druck geben, der eine ähnliche Form wie der Anschlag in Salisbury annehmen werde.

Gefahr für russische Gift-Anschläge in Europa wächst laut prominentem Kreml-Kritiker

Chodorkowski kennt die Machtzirkel des Kremls aus eigener Erfahrung. Der heute 62-Jährige war einst der wohlhabendste Mann Russlands mit einem geschätzten Vermögen von 15 Milliarden Dollar, das er hauptsächlich durch sein sibirisches Ölunternehmen Yukos aufgebaut hatte. Im Jahr 2003 wurde er verhaftet, nachdem er sich offen gegen Putin gestellt und demokratische Reformen gefordert hatte. Ein Gericht verurteilte ihn wegen Betrugs – ein Prozess, der weithin als politisch motiviert gilt. Zehn Jahre verbrachte er in sibirischer Haft. Nach seiner Festnahme wurde Yukos zerschlagen und die Vermögenswerte vom russischen Staat übernommen. Heute zählt Chodorkowski zu den führenden Köpfen der russischen Exil-Opposition.

Exil-Milliardär fordert den West zu aggressiverem Durchgreifen gegen Russland auf

Chodorkowski fordert die britische Regierung auf, eine aggressivere Strategie gegenüber den russischen Geheimdiensten zu verfolgen. Er verweist dabei auf die Erfahrungen aus dem Kalten Krieg: In den 1950er und 60er Jahren habe es ebenfalls eine Welle brutaler Aktionen gegeben, die jedoch schnell abebbte – durch spiegelbildliche Gegenmaßnahmen.

"Menschen, die für die Geheimdienste arbeiten, sind wie Sie und ich, sie wollen nicht sterben. Sie begannen zu fliehen und verließen die Geheimdienste", erklärte er. Damals habe man sich entschieden, auf die brutalsten Methoden zu verzichten. Ob die britische Gesellschaft heute zu einem solchen Gegenschlag bereit sei, bezweifelt Chodorkowski allerdings.

Neuer Kalter Krieg nicht aufzuhalten - wie weit geht Putin gegen die Nato?

Nach Einschätzung Chodorkowskis ist es bereits zu spät, einen neuen Kalten Krieg mit Russland zu verhindern. Putin werde versuchen, die Nato-Verbündeten Großbritanniens weiter zu provozieren. "Es würde mich nicht überraschen, wenn wir in naher Zukunft Truppen sehen, die sich an der Grenze zu Estland zum Beispiel zusammenziehen", sagte er. Allerdings glaube er nicht, dass Putin tatsächlich bereit sei, einen weiteren militärischen Konflikt zu beginnen. Dennoch werde dies Auswirkungen haben. Um einen "heißen Krieg" zu vermeiden, müssten Regierungen härter auftreten und gleichzeitig an der Verhinderung einer Eskalation arbeiten, so Chodorkowski.

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